DRK-Projekt nimmt Gesundheit und Hygiene für Migranten in den Focus
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DRK-Projekt nimmt Gesundheit und Hygiene für Migranten in den Focus

Ratingen

Bericht zur 1. Informationsveranstaltung am 12.05.2017

Informativ, richtungsweisend und nachhaltig: Die erste Informationsveranstaltung zu dem Projekt „Gesundheit und Hygiene für Menschen aus anderen Ländern“, das vom Deutschen Roten Kreuz Ratingen zusammen mit dem DRK-Kreisverband und der Miteinander.Freiwilligenbörse Ratingen durchgeführt wurde, war nicht nur aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg. Die interessierten Teilnehmer wie auch die Referenten waren sich anschließend einig: Gerade durch seinen Schwerpunkt „Gesundheit und Hygiene“ ist das Projekt ein wertvoller Baustein für eine  gelingende Integration.

In ihrem Grußwort wies die Integrationsbeauftragte der Stadt Ratingen, Zeliha Yetik, darauf hin, dass  Sprachschwierigkeiten bei der medizinischen Behandlung von Flüchtlingen ein verbreitetes Problem in vielen Arztpraxen sei. Sandra Hecker vom Integrationszentrum des Kreises Mettmann lobte das Projekt, das ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Mettmann und darüber hinaus habe. Besonders informativ, weil anschaulich und praxisnah, waren die Vorträge der Referenten. So berichtete Michaela vom Hoff (DRK-Kreisverband) von ihren Erfahrungen, die sie als stellvertretende Leiterin der Notunterkunft in der Elsa-Brandström-Schule gemacht hat. Um Menschen aus fremden Ländern die Grundkenntnisse in Erster Hilfe zu vermitteln, muss man nicht wissen, was „stabile Seitenlage“ auf Arabisch oder was „Druckverband“ auf Farsi heißt. Stattdessen nutzte sie eine bebilderte Broschüre, in der verschiedenste Notfälle und die dafür erforderlichen Hilfsmaßnahmen dargestellt sind – vom einfachen Nasenbluten bis hin zum Kreislaufstillstand mit Herz-Lungen-Wiederbelebung. „Unsere Vorstellung ist es, in den Unterkünften für Flüchtlinge, ‘EtagenSanis‘ auszubilden, die dann befähigt sind, in ihrem Bereich Erste Hilfe zu leisten“, nannte vom Hoff als Wunschziel.

Dass Flüchtlinge und Migranten als Blut- und Stammzellspender nicht nur willkommen, sondern wegen seltener Blutgruppen besonders wichtig sind, macht Dr. Thomas Zeiler deutlich. Der ärztliche Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West in Breitscheid wies aber zugleich auf eine Reihe von Hürden hin: Fluchtwege durch Malariagebiete, Sprachprobleme oder unklare Identitäten bedeuten einen Ausschluss von der Blutspende, was Spendenwilligen oft schwer vermittelbar sei. Über Hygienemaßnahmen als Gesundheitsvorbeugung referierte Gladys Pietz vom DRK-Landesverband. Sie schilderte aus ihrer Praxiserfahrung, wie mit kleinen Schritten große Erfolge erzielt werden können. 

Als Neuheit präsentierte DRK-Projektleiter Erhard Raßloff die vom Ratinger DRK-Ortsverein entwickelte mehrsprachige Notfallkarte in Deutsch, Englisch und Französisch. Auf ihr können neben persönlichen Daten auch Angaben zu Allergien, Erkrankungen und Medikamenten eingetragen werden. Sie passt in jede Geldbörse. Zusätzlich gibt es noch eine Ausfüllhilfe, die auch Arabisch und Persisch umfasst.  herausgegeben. Diese handliche Karte kann beim DRK Ratingen unter helfen[at]drk-ratingen[dot]de angefordert werden.

Die nächste Infoveranstaltung soll im Sommer stattfinden. Dann stehen die Themen Diabetes, Organspende, Demenz und Ernährung im Blickpunkt.

Unser Bild zeigt DRK-Ausbilderin Michaela vom Hoff bei einer EH-Ausbildung.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.kfi.nrw.de/Foerderprogramme/KOMM-AN-NRW/

 

                                                                                                                                                                   

 

 

 

14. Mai 2017 20:23 Uhr. Alter: 1 Jahre