Rettungsdienste kämpfen um Ehrenamtler (RP vom 22.02.14)
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Rettungsdienste kämpfen um Ehrenamtler (RP vom 22.02.14)

Ratingen

Offenbar hat die Öffentlichkeit noch nicht wirklich realisiert, welche Probleme die Hilfsorganisationen aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, wie z.B. vermehrter Nachmittagsunterricht, Wegfall der Wehrpflicht oder ein verändertes Freizeitverhalten, mit der Anwerbung von Freiwilligen haben.

 

Bisher ist es selbstverständlich, dass in einem Brandfalle genug Feuerwehrleute innerhalb kürzester Zeit am Brandort sind, dass bei einem Unglück mit vielen Verletzten (z.B. die letzten Busunfälle auf der A3 und A46) genug Sanitäter vor Ort sind und das bei vermissten Personen kurzfristig genug Hunde und Helfer für eine Suchaktion ausrücken. Bisher achtet auch niemand auf die Sanitätskräfte auf den verschiedensten Veranstaltungen, die von morgens früh bis oft spät in die Nacht andauern, oder auf Einsatzkräfte, die im Behindertenfahrdienst mobilitätseingeschränkte Menschen zum öffentlichen Leben fahren. Ohne die freiwilligen Helfer sind diese Einsätze nicht zu stemmen. Sie sind bisher immer da gewesen. Aber zukünftig wird das nicht mehr sicher garantiert sein.

 

Die Rheinische Post (RP) greift mit ihrem Artikel vom 22.02.14 (hier der Link) das Problem auf und beschreibt die Ereignisse „hinter den Kulissen“.

 

Wie ist die Situation beim DRK-Ratingen?

 

Die RP schreibt, dass das DRK in NRW relativ wenig Probleme mit dem Helferzuwachs haben. Als deutschlands größte private Hilfsorganisation ist es in der Tat so, dass wir auch in Ratingen noch nicht von einer Personalnot reden müssen. Allerdings beschreibt der Artikel nur die halbe Wahrheit, denn die Ausstattung mit Helfern ist regional sehr unterschiedlich. Ähnlich wie der beschriebene Kreisverband Mönchengladbach ist  das Helferwohl in Ratingen hoch angesiedelt. Wer arbeitet darf schließlich auch mal feiern. Regelmäßig treffen wir uns „außerdienstlich“ und fahren z.B. ein Wochenende in die Eifel oder  ins Sauerland (hier ein Beispiel), um den Teamgedanken zu stärken. Weihnachtsfeiern, Oktoberfeste oder Helfergeburtstage runden das Ganze ab.

 

In Ratingen ist für jeden was dabei: Wer sanitätsdienstlich etwas machen möchte, setzt seinen Schwerpunkt im Sanitäts- oder Rettungsdienst. Wer bei großen Schadenslagen Unverletzten helfen möchte, ist im Betreuungsdienst genau richtig. Hier angeschlossen ist die Zubereitung von Verpflegung für alle Anlässe, so z.B. auch für unsere Aus- und Fortbildungstermine. Wer Spaß am Kochen hat muss sich unseren Verein mal ansehen. Gesucht werden auch helfende Hände im Bereich des Behindertenfahrdienstes oder für das betreute Wohnen am „Klompenkamp“.

 

Unser Jugendrotkreuz (JRK) sucht auch händeringend Kinder und Jugendliche. Aber bereits 6jährige haben einen derart straffen Zeitplan an Freizeitaktivitäten, dass offenbar keine Zeit mehr für ein Engagement beim JRK bleibt. Auch den Eltern fallen zunächst offenbar die klassischen Hobbies wie Reiten, Musik und Sport ein, bevor der Gedanke auf eine Mitwirkung in einer Hilfsorganisation fällt.

 

Insgesamt wird es immer schwerer die verschiedensten Dienste zu besetzen. Bereits jetzt müssen wir kleineren Veranstaltern einen Sanitätsdienst vorenthalten, weil es mehr Bedarf gibt, als wir an Personal stellen können. Mehr Bedarf bei gleichbleibender Helferzahl bedeutet natürlich eine Mehrbelastung für den Einzelnen. Insofern suchen wir weiterhin motivierte Menschen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen. Die Gegenleistung ist ein tolles Team, ein gelebter Gemeinschaftsgedanke und eine fundierte fachliche Ausbildung.

 

Die Kontaktadressen finden Sie hier in diesem Internetauftritt oder auch gerne persönlich jeden Dienstag, ab 19:30 Uhr auf unserer Wache „Am Sonnenschein“ in Ratingen-Lintorf.

 

 

22. Februar 2014 13:14 Uhr. Alter: 7 Jahre